Aufnahme von Aluminiumphosphid in Anhang I der Biozidrichtlinie

Im Amtsblatt der EU wurde die Richtlinie 2010/9/EU zur Änderung der Richtlinie 98/8/EG (Biozidrichtlinie) zwecks Aufnahme des Phosphin freisetzenden Wirkstoffs Aluminiumphosphid in Anhang I veröffentlicht. Wesentliche Inhalte sind:

  • Der Eintrag für den Phosphin freisetzenden Wirkstoff Aluminiumphosphid (CAS-Nr. 20859-73-8) in Anhang I der Biozidrichtlinie wird hinsichtlich der Produktart 18 (Insektizide) erweitert. Als Zeitpunkt der Aufnahme ist der 01.02.2011 festgelegt.
  • Zukünftig dürfen entsprechende Biozid-Produkte nur noch vermarktet werden, wenn sie von einer zuständigen Behörde zugelassen sind.
  • Die Zulassung ist mit folgenden Bedingung verbunden:
    • Es sind geeignete Rückstandsuntersuchungen zur Bewertung des Risikos für die Verbraucher durchzuführen und entsprechende Maßnahmen zu treffen um die festgestellten Risiken zu vermindern.
    • Die Produkte dürfen nur in gebrauchsfertiger Form an speziell geschulte Fachkräfte abgegeben und nur von diesen verwendet werden.
    • Es müssen geeignete Risikominderungsmaßnahmen für die Anwender getroffen werden. Dazu gehört unter anderem, dass angemessene persönliche Schutzausrüstung und Atemschutzgeräte getragen, dass Applikatoren verwendet werden und dass das Produkt in einer Form aufgemacht ist, in der die Exposition des Anwenders auf ein akzeptables Niveau gesenkt ist. Bei der Anwendung in geschlossenen Räumen gehören dazu auch der Schutz der Anwender und Arbeiter während der Begasung, der Schutz der Arbeitnehmer beim Wiederbetreten (nach der Begasungszeit) und der Schutz von Umstehenden vor Gasaustritten.
    • Bei Aluminiumphosphid enthaltenden Produkten, die zu Rückständen in Lebens- oder Futtermitteln führen können, sind auf den Etiketten und/oder Sicherheitsdatenblättern von zugelassenen Produkten Gebrauchsanweisungen, z. B. mit Verpflichtung zur Einhaltung von Wartezeiten, anzugeben, die gewährleisten, dass vorgegebene Rückstandshöchstgehalte eingehalten werden.
  • Die Aufnahme ist auf 10 Jahre befristet.

 
Die Bestimmungen müssen bis zum 31.01.2011 in nationales Recht umgesetzt werden und sind ab dem 01.02.2012 anzuwenden.

RL 2010/9/EU (Aufnahme von Phosphin freisetzendes Aluminiumphosphid in Anhang I der Richtlinie 98/8/EG)


10.02.2010
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